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Die Hautschichten und ihre Funktionen von außen nach innen

Wer wissen möchte, was Hautpflege leisten kann, gewinnt zuerst einen Blick unter die Oberfläche: Die Haut besteht aus Schichten mit unterschiedlichen Aufgaben. So lässt sich besser einordnen, was eine Creme beeinflusst und was nicht.

Von Mara Winter · · 5 Min. Lesezeit

Nahaufnahme einer Frau mit klarer Haut, seitlichem Blick, Hand am Kinn, weiches Tageslicht auf Gesicht

Die Haut fühlt sich trocken oder empfindlich an, glänzt, spannt oder zeigt kleine Unreinheiten. Dann liegt der Gedanke nahe, sie müsse „aufgebaut“ werden. Doch der Begriff beschreibt keine einzelne Behandlung: Gemeint sein können die Pflege der äußeren Barriere, die Erneuerung der Oberhaut oder die Stützfunktion tieferer Gewebe. Wer diese Ebenen auseinanderhält, kann die eigene Routine gezielter beurteilen und übertriebene Wirkversprechen leichter erkennen.

Was bedeutet „Aufbau der Haut“ überhaupt?

Im Alltag wird „Hautaufbau“ oft für unterschiedliche Anliegen verwendet: eine trockene Oberfläche soll geschmeidiger werden, eine empfindliche Haut soll sich beruhigen oder die Haut soll fester wirken. Anatomisch meint Aufbau dagegen die Gewebeschichten und ihre Funktionen. Diese Unterscheidung ist wichtig, denn äußerlich aufgetragene Pflege erreicht nicht automatisch jede Schicht und kann nicht pauschal die gesamte Hautstruktur verändern.

Die Haut wird meist in drei Hauptschichten gegliedert: Epidermis, Dermis und Hypodermis. Auf Deutsch heißen sie Oberhaut, Lederhaut und Unterhaut. Die Erklärung des US-amerikanischen NIAMS beschreibt ihre unterschiedlichen Aufgaben: Die Oberhaut erneuert sich, die Lederhaut enthält unter anderem Gefäße und Nerven, und die tiefste Schicht verbindet die Haut mit darunterliegenden Strukturen. Oberhaut und Lederhaut zusammen werden auch Cutis genannt; die Unterhaut liegt darunter.

Welche Aufgaben hat die Oberhaut?

Die Epidermis ist die äußerste, sichtbare Schicht. Sie bildet eine wichtige Grenzfläche zur Umwelt. Ihre Zellen werden fortlaufend erneuert: Neue Zellen entstehen in tieferen Bereichen, wandern nach oben und werden an der Oberfläche nach und nach abgestoßen. Der äußerste Abschnitt heißt Stratum corneum oder Hornschicht. Er besteht aus verhornten Zellen und umgebenden Lipiden, also Fetten, die die Barriere mitbilden.

Die Weltgesundheitsorganisation beschreibt in ihrem Überblick zur Hautphysiologie die Epidermis als ungefähr 50 bis 100 Mikrometer dick. Für die Hornschicht nennt sie etwa 10 bis 20 Mikrometer; einzelne Hornzellen sind ungefähr 2 bis 3 Mikrometer dick. Das sind Orientierungswerte aus dem Fachtext, keine universellen Messwerte für jede Stelle des Körpers. Die Hornschicht verringert den Wasserverlust und schützt vor äußeren Einflüssen. Damit erklärt sich, weshalb milde Reinigung und eine passende Pflege der Oberfläche häufig sinnvoller sind als aggressive Maßnahmen, die die Barriere reizen.

Für die Gesichtspflege ist deshalb zunächst entscheidend, wie sich die Oberfläche anfühlt und verhält: spannt sie nach dem Waschen, schuppt sie, glänzt sie rasch oder reagiert sie auf bestimmte Produkte? Das sind praktische Beobachtungen, keine sichere Diagnose. Wenn vor allem Trockenheit im Gesicht auffällt, kann eine auf dieses Anliegen abgestimmte Pflege trockener Gesichtshaut helfen, die Routine besser einzuordnen.

Was macht die Lederhaut?

Unter der Epidermis liegt die Dermis, die Lederhaut. Sie besteht aus Bindegewebe und enthält unter anderem Kollagen- und Elastinfasern. Diese Bestandteile tragen zu Festigkeit und Dehnbarkeit bei. In der Dermis verlaufen außerdem Blutgefäße und Nerven; Haarfollikel sowie Talg- und Schweißdrüsen reichen in diese Gewebeschicht hinein. Die Blutgefäße versorgen die Haut, während Nerven Reize wie Berührung oder Temperatur weiterleiten.

Der WHO-Fachüberblick gibt für die Dermis eine typische Dicke von etwa 1 bis 2 Millimetern an. Auch diese Spanne ist nicht als individuelle Vorhersage zu lesen: Körperstelle und Gewebe unterscheiden sich. Eine Pflegecreme kann die Hautoberfläche geschmeidiger erscheinen lassen, doch daraus lässt sich nicht ableiten, dass sie die Dermis in gleicher Weise erreicht oder deren Bindegewebe gezielt erneuert. Vorsicht ist daher bei Aussagen angebracht, die ein äußerlich aufgetragenes Produkt mit einem umfassenden „Aufbau“ tiefer Schichten gleichsetzen.

Welche Funktion hat die Unterhaut?

Die Hypodermis oder Subcutis liegt unter der Lederhaut. Sie enthält überwiegend Fett- und Bindegewebe, außerdem verlaufen hier größere Gefäße und Nerven. Sie polstert, isoliert und verbindet die Haut mit darunterliegenden Strukturen. Die Tiefe und Zusammensetzung dieser Schicht variieren je nach Körperregion und Person. Sie ist nicht einfach eine weitere Oberfläche, die sich durch eine gewöhnliche Creme pflegen oder „auffüllen“ ließe.

Die WHO nennt für die Unterhaut in ihrer allgemeinen Beschreibung ungefähr 1 bis 2 Millimeter. Dieser Bereich ist ein grober anatomischer Richtwert, nicht die Aussage, dass die Unterhaut überall gleich dick wäre. Für kosmetische Pflege bedeutet das vor allem: Eine glattere oder besser mit Feuchtigkeit versorgte Oberfläche sagt nichts darüber aus, ob tieferes Gewebe verändert wurde.

Welche Zahlen helfen bei der Einordnung?

Die Haut lässt sich also auf mindestens drei Ebenen beschreiben: drei Hauptschichten, unterschiedliche Teilbereiche innerhalb dieser Schichten und eine fortlaufende Erneuerung. In der Anatomie wird die Dermis in zwei Bereiche gegliedert, die Papillarschicht und die tiefer liegende Netzschicht. Die WHO-Fachbeschreibung nennt außerdem ungefähr 10 bis 20 Mikrometer für die Hornschicht, 50 bis 100 Mikrometer für die Epidermis sowie jeweils etwa 1 bis 2 Millimeter für Dermis und Unterhaut.

Auch bei der Erneuerung gibt es keine einzelne Zahl, die für jede Person und Situation exakt gilt. Ein Fachbeitrag im wissenschaftlichen Nachschlagewerk NCBI Bookshelf beschreibt die Erneuerung der Epidermis beim Menschen als Vorgang in der Größenordnung eines Monats. Das ist keine Frist, nach der eine Pflegewirkung garantiert sichtbar wird: Der natürliche Zellzyklus ist etwas anderes als eine Veränderung, die ein Produkt verspricht.

Wie gehen Sie bei der Pflege Schritt für Schritt vor?

Beginnen Sie mit dem Anliegen, das Sie tatsächlich beobachten. Trockene, spannende Haut verlangt eine andere Überprüfung der Routine als eine schnell fettende oder zu Unreinheiten neigende Oberfläche. Bei Letzterer hilft eine milde Routine bei unreiner Haut dabei, das Thema gezielt zu betrachten, ohne die Haut mit immer mehr Schritten zu belasten.

Prüfen Sie anschließend die Grundlagen: Reinigt das Produkt, ohne ein starkes Spannungsgefühl zu hinterlassen? Wird eine Pflege vertragen? Gibt es einen klaren Anlass, einen Wirkstoff zu verwenden, oder wird nur ein allgemeines „Aufbau“-Versprechen wiederholt? Führen Sie Veränderungen möglichst einzeln ein. So lässt sich leichter erkennen, ob ein neues Produkt angenehm ist oder die Haut irritiert. Eine Routine muss nicht möglichst viele Schritte umfassen, um nachvollziehbar zu sein.

Wenn die Haut nach einer Anwendung brennt, stark gerötet ist oder sich die Beschwerden verschlimmern, setzen Sie das neue Produkt zunächst ab und beobachten Sie die Reaktion. Bei anhaltenden oder ausgeprägten Beschwerden ist ärztlicher Rat geeigneter als weitere Experimente. Hautpflege kann unterstützen, ersetzt aber keine Untersuchung und sollte keine Heilwirkung versprechen.

Woran erkennen Sie, ob die Routine passt?

Beurteilen Sie zunächst, ob die Haut nach der Reinigung weniger spannt, ob Pflegeprodukte angenehm aufzutragen sind und ob Rötung oder Schuppung zunehmen. Vergleichen Sie nicht einzelne Tage, sondern beobachten Sie die Entwicklung über einen passenden Zeitraum; aus der Erneuerung der Oberhaut lässt sich keine feste Wartezeit für ein kosmetisches Ergebnis ableiten. Achten Sie außerdem auf äußere Faktoren wie Wetter, häufiges Waschen oder neue Produkte, die den Eindruck beeinflussen können.

Eine passende Routine muss keine tieferen Hautschichten sichtbar „aufbauen“. Ihr realistisches Ziel ist, die Oberfläche zu reinigen und zu pflegen, ohne sie unnötig zu reizen. Für die Auswahl einzelner Schritte bietet die Hautpflege-Routine nach Hautbedürfnis einen breiteren Rahmen. Entscheidend bleibt, dass die Pflege zum beobachteten Hautgefühl passt und Beschwerden, die anhalten oder sich verschlimmern, medizinisch abgeklärt werden.

Häufige Fragen

Wie viele Schichten hat die Haut?

Üblicherweise unterscheidet man drei Hauptschichten: Epidermis oder Oberhaut, Dermis oder Lederhaut und Hypodermis beziehungsweise Subcutis oder Unterhaut. Die Oberhaut und Lederhaut bilden zusammen die Cutis. Die Unterhaut liegt darunter und verbindet die Haut mit tieferem Gewebe. Innerhalb dieser Hauptschichten gibt es weitere Teilbereiche.

Kann eine Creme die Lederhaut aufbauen?

Eine Creme wird auf die Oberfläche aufgetragen und kann vor allem die äußere Hautbarriere pflegen. Daraus folgt nicht, dass sie die tiefer liegende Lederhaut gezielt aufbauen oder ihre Struktur dauerhaft verändern kann. Aussagen über Wirkungen in tieferen Hautschichten sollten deshalb nicht allein aus einem Werbeversprechen abgeleitet werden.

Ist die Haut überall gleich dick?

Nein. Die Dicke und der Aufbau unterscheiden sich je nach Körperregion. An Handflächen und Fußsohlen ist die Oberhaut besonders ausgeprägt; andere Bereiche besitzen eine dünnere Oberhaut. Auch die Zahlen für Hautschichtdicken sind Richtwerte und keine Messwerte, die für jede Person und jede Stelle gleichermaßen gelten.

Wann sollte ich Hautbeschwerden ärztlich abklären lassen?

Wenn Beschwerden anhalten, deutlich zunehmen oder mit Schmerzen, starker Entzündung, nässenden Stellen oder anderen ungewöhnlichen Veränderungen einhergehen, lassen Sie sie ärztlich beurteilen. Eine allgemeine Pflegeroutine ersetzt keine Diagnose. Bei akuten oder rasch fortschreitenden Beschwerden ist medizinischer Rat besonders wichtig.