Selbstbräuner fürs Gesicht gleichmäßig auftragen und passend auswählen
Sie möchten Ihrem Gesicht einen gebräunten Ton geben, ohne dafür in die Sonne zu gehen? Mit einem passenden Produkt, gleichmäßig vorbereiteter Haut und sparsamer Anwendung lässt sich das Ergebnis besser steuern.
Von Mara Winter · · 5 Min. Lesezeit
Im Gesicht fallen ungleichmäßige Übergänge, dunkle Stellen an Haaransatz und Augenbrauen oder ein zu warmer Farbton schnell auf. Zugleich ist die Gesichtshaut oft empfindlicher als die Haut am Körper. Entscheidend sind deshalb nicht nur die Farbe auf der Packung, sondern auch die Produktform, der Hautzustand und die Art des Auftragens.
Wählen Sie ein ausdrücklich fürs Gesicht geeignetes Produkt und testen Sie es zunächst an einer kleinen Stelle. Die folgenden Hinweise helfen Ihnen, Lotion, Mousse, Tuch und Spray einzuordnen, die Haut vorzubereiten und das Ergebnis nach dem Auftragen zu beurteilen.
Welcher Selbstbräuner passt zur Gesichtshaut?
Ein Selbstbräuner färbt die oberste Hautschicht, statt durch Sonnenstrahlung eine natürliche Bräunung anzuregen. Produkte enthalten dafür häufig Dihydroxyaceton, kurz DHA. Das Ergebnis hängt unter anderem von der Rezeptur und davon ab, wie gleichmäßig Sie das Produkt verteilen. Es ist keine dauerhafte Veränderung der Hautfarbe und kein Ersatz für Sonnenschutz.
Achten Sie zuerst auf die Kennzeichnung: Das Produkt sollte für das Gesicht vorgesehen sein und zu Ihrer Haut passen. Bei Duftstoffen oder bekannten Unverträglichkeiten lohnt ein Blick auf die Inhaltsstoffliste. Wenn Ihre Haut zu Reizungen neigt, wählen Sie eine übersichtliche Rezeptur und testen Sie sie vorab an einer kleinen Stelle. Bei einer bekannten Kontaktallergie gegen Formaldehyd oder Unsicherheit zu Inhaltsstoffen ist ärztlicher oder pharmazeutischer Rat sinnvoll. Die Stiftung Warentest weist darauf hin, dass DHA Formaldehyd abspalten kann und sensibilisierte Personen darauf allergisch reagieren können.
Auch die Konsistenz spielt eine Rolle. Eine Lotion oder Gelcreme lässt sich mit den Fingern gezielt verteilen. Ein getöntes Produkt macht beim Auftrag sichtbar, welche Bereiche bereits bedeckt sind; die Tönung kann allerdings zunächst kräftiger aussehen als das spätere Ergebnis. Tücher sind praktisch portioniert, während Sprays eine gleichmäßige Verteilung im Gesicht erschweren können. Die Stiftung Warentest untersuchte Selbstbräuner in verschiedenen Anwendungsformen und hebt bei getönten Produkten die bessere Sichtbarkeit beim Auftragen hervor. Ihr Test umfasste 20 Produkte; 11 erhielten das Gesamturteil „Gut“. Das sind Ergebnisse eines Produkttests, keine Garantie für Ihre individuelle Haut oder ein Gesichtsprodukt.
Was sollten Sie vor dem Auftragen beachten?
Beginnen Sie mit sauberer, trockener Haut. Entfernen Sie Make-up und Rückstände von Pflegeprodukten, und warten Sie, bis die Haut trocken ist. Auf feuchten oder sehr fettigen Stellen kann sich das Produkt anders verteilen als auf der übrigen Haut. Eine einfache, verträgliche Hautpflege-Routine hilft dabei, den Hautzustand einzuschätzen, ohne vor dem Selbstbräuner mehrere neue Produkte einzuführen.
Ein Peeling ist keine Pflicht. Wenn Sie es gut vertragen, kann ein sanftes Peeling raue Hautschüppchen lösen; unmittelbar davor sollte die Haut aber nicht gereizt oder gerötet sein. Verwenden Sie keine groben Körner und üben Sie keinen starken Druck aus. Wer bereits zu Trockenheit oder Spannungsgefühl neigt, sollte besonders behutsam sein und die trockene Gesichtshaut zuerst mit milder Pflege versorgen. Starkes Peelen kann die Hautbarriere belasten und macht den Auftrag nicht automatisch gleichmäßiger.
Lesen Sie die Anwendungshinweise auf der Packung, bevor Sie beginnen. Legen Sie ein sauberes Tuch bereit und binden Sie die Haare zurück. Tragen Sie eine kleine Menge auf die Fingerspitzen oder einen dafür vorgesehenen Applikator auf. Verteilen Sie sie dünn und gleichmäßig über Stirn, Wangen und Kinn. Arbeiten Sie an Haaransatz, Nasenflügeln, Augenbrauen und Kiefer besonders sparsam und verstreichen Sie den Übergang zum Hals. Augenlider und Lippen lassen Sie aus, sofern die Produktanleitung nichts anderes ausdrücklich vorsieht.
Wie unterscheiden sich Lotion, Mousse, Tuch und Spray?
Eine Lotion oder Gelcreme bietet beim Gesicht meist gute Kontrolle über die Menge. Sie können abschnittsweise arbeiten und Übergänge mit sauberen Fingern ausgleichen. Bei einer Mousse ist die Konsistenz luftiger; entscheidend ist, sie dünn aufzutragen und nicht an einzelnen Stellen anzuhäufen. Ein Tuch gibt eine begrenzte Menge ab, lässt sich aber nicht bei jeder Gesichtsform gleich präzise führen. Bei Sprays besteht das Risiko, dass Bereiche unterschiedlich viel Produkt abbekommen oder die Anwendung in Richtung Augen und Atemwege erfolgt. Beachten Sie hier besonders die Anweisungen des Herstellers.
Die Stiftung Warentest nennt für ihre untersuchten Selbstbräuner eine erhebliche Preisspanne: 0,98 bis 23,30 Euro je 100 Milliliter; Selbstbräunungstücher kosteten im Test 0,35 bis 1,50 Euro pro Stück. Diese Angaben beziehen sich auf die getesteten Produkte und den dort angegebenen Stand, nicht auf eine allgemeine Preisregel oder speziell auf Gesichtsselbstbräuner. Für die Auswahl sind die Eignung fürs Gesicht, die Inhaltsstoffe und die Handhabung aussagekräftiger als der Preis allein.
Wie tragen Sie den Selbstbräuner Schritt für Schritt auf?
- Reinigen Sie das Gesicht mild und lassen Sie es vollständig trocknen. Tragen Sie unmittelbar vorher keine reichhaltige oder ölige Pflege auf, außer die Produktanleitung empfiehlt es.
- Geben Sie zunächst nur eine kleine Menge auf die Finger oder den geeigneten Applikator. Mehr Produkt lässt sich später ergänzen; eine zu dicke Schicht ist schwerer gleichmäßig zu verteilen.
- Verteilen Sie den Selbstbräuner in dünnen, überlappenden Bewegungen. Arbeiten Sie ohne Hast und prüfen Sie zwischendurch bei gutem Licht, ob Stirn, Wangen und Kinn gleichmäßig bedeckt sind.
- Sparen Sie Augenbrauen, Haaransatz, Nasenfalten und Mundwinkel aus oder behandeln Sie diese Stellen besonders zurückhaltend. Verstreichen Sie die Ränder zum Hals, damit keine sichtbare Linie entsteht.
- Waschen Sie die Hände gründlich, wenn Sie keinen Applikator verwenden. Lassen Sie das Produkt entsprechend der Packungsangabe einziehen und vermeiden Sie in dieser Zeit den Kontakt mit Kleidung, Handtüchern oder Bettwäsche.
Der Test der Stiftung Warentest bewertete bei den 20 untersuchten Produkten die Bräunung mit 65 Prozent, die Anwendung mit 20 Prozent, die Verpackung mit 5 Prozent sowie Deklaration und Werbeaussagen mit 10 Prozent. Im praktischen Test wurde gemäß Anwendungshinweisen und nach einem Peeling insgesamt dreimal auf Beine, Knie und Füße aufgetragen. Diese Angaben beschreiben die Testmethode, nicht eine empfohlene Häufigkeit fürs Gesicht. Richten Sie sich bei der Anwendung deshalb nach der Anleitung Ihres Gesichtsprodukts und tragen Sie nicht vorsorglich mehrere Schichten auf.
Woran erkennen Sie ein stimmiges Ergebnis?
Beurteilen Sie den Farbton erst, wenn die auf der Packung genannte Entwicklungszeit vergangen ist. Sehen Sie sich das Gesicht bei Tageslicht an: Wirkt die Farbe gleichmäßig, passen die Übergänge zu Hals und Haaransatz, und ist der Ton für Sie nicht zu dunkel oder orange? Bei einem dezenten Ergebnis können Sie nach der Herstelleranleitung entscheiden, ob eine weitere Anwendung infrage kommt. Ein Sofortvergleich direkt nach dem Auftrag ist wenig aussagekräftig, wenn sich die Farbe noch entwickelt.
Wenn eine Stelle dunkler geraten ist, vermeiden Sie kräftiges Rubbeln oder ein aggressives Peeling. Das kann die Haut reizen. Warten Sie zunächst ab und reinigen Sie das Gesicht wie gewohnt mild. Bei Brennen, anhaltender Rötung, Schwellung oder Juckreiz verwenden Sie das Produkt nicht weiter und holen Sie bei Beschwerden medizinischen Rat ein. Bei einer lymphatischen Schwellung sind Selbstbräuner keine Behandlung; eine sanfte Gesichtsmassage bei Schwellungen verfolgt einen anderen Zweck und ersetzt ebenfalls keine medizinische Abklärung.
Wichtig bleibt der Sonnenschutz: Die durch Selbstbräuner erzeugte Bräune bietet laut Stiftung Warentest keinen UV-Schutz. Die Verbraucher Initiative erläutert in ihrer Broschüre zum Sonnenschutz, dass die Zeit bis zu einer Hautrötung je nach Hauttyp unterschiedlich und insgesamt begrenzt ist. Verwenden Sie deshalb draußen weiterhin Sonnenschutz und verlassen Sie sich nicht auf die sichtbare Tönung. Ein Selbstbräuner verändert den Teint, nicht die Schutzbedürftigkeit Ihrer Haut.
Häufige Fragen
Kann ich Selbstbräuner für den Körper im Gesicht verwenden?
Greifen Sie im Gesicht am besten zu einem Produkt, das ausdrücklich für diese Anwendung vorgesehen ist. Gesichtshaut kann empfindlicher reagieren, und Rezeptur sowie Dosierung lassen sich bei Gesichtsprodukten gezielter verteilen. Die Stiftung Warentest empfiehlt in einem Leserkommentar ebenfalls spezielle Gesichtsbräuner. Prüfen Sie die Packungsangaben und testen Sie das Produkt vor der ersten vollständigen Anwendung an einer kleinen Hautstelle.
Schützt Selbstbräuner vor Sonnenbrand?
Nein. Die Bräune eines Selbstbräuners entsteht durch eine Färbung der oberen Hautschicht und ist kein verlässlicher UV-Schutz. Verwenden Sie bei Aufenthalt im Freien weiterhin ein Sonnenschutzmittel mit geeignetem Lichtschutzfaktor und beachten Sie dessen Anwendungshinweise. Auch ein gebräunter Teint ist kein Grund, die übliche Sonnenvorsorge zu verringern.
Was kann ich tun, wenn der Selbstbräuner fleckig geworden ist?
Waschen oder reiben Sie die Haut nicht aggressiv, denn das kann sie reizen und den Ton ungleichmäßiger wirken lassen. Lassen Sie die Färbung zunächst entsprechend der Produktanleitung entwickeln und beurteilen Sie sie bei Tageslicht. Bei einem zu dunklen oder fleckigen Ergebnis helfen meist Zeit und die normale, milde Reinigung. Verzichten Sie auf kräftige Peelings, besonders wenn Ihre Haut empfindlich oder trocken ist.